Lass uns über ONS reden!

Tagtäglich läuft uns der ONS über den Weg und doch wissen wir so wenig über ihn. InformatiONSmangel ist und bleibt eine der größten Gefahren, wenn es um unsere Gesundheit geht. Darum ist es an der Zeit zu klären, welche wichtige Rolle er in unserem Liebesleben spielt und wieso wir in diesem Zuge Schütz den ONS zu unserer Mission erklärt haben.

Wie man sich vorstellen kann, geht es bei dem Schutz des ONS doch irgendwie auch um den Schutz von Personen, tatsächlich aber um den Schutz der eigenen Person. Und das nicht ohne Grund, wie in den folgenden Ausführungen deutlich wird.

Einer Studie zufolge – die sich auf eine gängige, sich großer Beliebtheit erfreuende Dating-App bezieht – wird diese Dating-App nicht nur mit der Erwartung einer festen Partnerschaft genutzt, sondern auch sehr stark mit der Erwartung von Flirts und sexuellen Kontakten verwendet. Dabei wird eine hohe Erfolgsquote bei der Generierung sexueller Kontakte festgestellt. Abgesehen von der Entspannung und dem Abenteuer, die diese Kontakte für die jeweiligen Partner mit sich bringen, schwingt natürlich immer die Gefahr mit, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu infizieren, sofern sich die Sexualpartner bei ihrem ONS nicht entsprechend schützen.

Und trotz all der Aufklärung die betrieben wird, scheint aber genau das der Fall zu sein!

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellen in ihrer gemeinsamen Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen fest, dass es bei den sexuell übertragbaren Infektionen innerhalb der letzten Jahre zu einem starken Anstieg gekommen ist. Das Bewusstsein der Öffentlichkeit für eben diese Krankheiten ist, den Ausführungen zufolge, nach wie vor nicht so stark, wie das Bewusstsein der Öffentlichkeit zum Thema AIDS – hier sind die Neuinfektionszahlen in den letzten Jahren nicht so deutlich angestiegen.
Zweiteres ist gut, denn nach wie vor ist AIDS/HIV nicht heilbar, ersteres ist allerdings besorgniserregend und alarmierend. Es ist schlichtweg erschreckend und gefährlich, dass das Bewusstsein bezüglich anderer sexuell übertragbarer Infektionen – und der daraus resultierenden Folgen – nicht ausreichend vorhanden ist.

Das Wissen über andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Chlamydien, Syphilis, HPV etc. scheint demnach insgesamt sehr gering und erklärt so auch den starken Anstieg von Neuinfektionen mit Syphilis, Chlamydien, Gonorrhö etc.

Interessant an den Ausführungen des BMG und des BMZ sind in Bezug auf den ONS nicht nur die Informationen zu den sexuell übertragbaren Infektionen, sondern auch die Ursachenzuschreibung, die unter anderem auch im Wandel des Sexualverhaltens gesehen wird. Erhöhte Mobilität, soziale Netzwerke und Internet-Datingportale erleichtern demnach die Kontaktaufnahme, das hat wiederum Einfluss auf das Sexualverhalten. Der Einfluss auf das Sexualverhalten von Internet-Datingportalen – zumindest eines einschlägigen Internet-Datingportals – wird auch in der zuvor erwähnten Studie mit einbezogen.

Das Problem an sexuell übertragbaren Krankheiten ist nicht nur, dass sie sich mit dem richtigen Schutz schlichtweg vermeiden lassen, sondern dass sie auch häufig symptomlos verlaufen. Zumindest in den Anfangsstadien oder in den verschiedenen Stadien, die eine Infektion durchaus mit sich bringen kann.
So ist die Hemmschwelle bei sexuellem Kontakt auf einen entsprechenden Schutz zu verzichten, deutlich geringer. Für den ein oder anderen reicht die Frage danach, ob der aktuelle Partner „was“ hat, schon aus, um bei einem „Nein“ auf ein Kondom zu verzichten. Manchmal reicht auch schon der Augenschein: Eine gepflegte, gut aussehende Person wird ohne tatsächliche Kenntnis als „gesund“ eingestuft. Dieser ausgesprochene Irrglaube ist leider weiter verbreitet als man denken mag. Zudem ist eine offene Kommunikation zu diesem Thema oft mit Tabus, Scham oder Vorurteilen behaftet und das nicht nur unter Sexualpartnern, sondern teilweise auch zwischen Arzt und Patient. Das macht den ONS zu einem risikobehafteten Unterfangen.
Wir haben uns gefragt, wie man hier für mehr Achtsamkeit werben kann, ohne erhobenen Finger und dem Gefühl von: „Hättest du besser mal aufgepasst“.

Dafür wählen wir die Unterscheidung zwischen „gutem ONS“ und „schlechtem ONS“ und erklären auch gleich warum das eine gut und das andere gefährlich ist. Außerdem umreißen wir grob, welche sexuell übertragbaren Krankheiten es gibt und wie deren ungefährer Ablauf ist. Damit begründen wir auch gleichzeitig, warum „keep ONS safe“, also der besondere Schutz des ONS, so wichtig ist.

Guter ONS: geschützter Sex -> minimales Risiko, sich zu infizieren
Schlechter ONS: ungeschützter Sex –> maximales Risiko, sich zu infizieren