Schlechter ONS: Fakten

„Schlechter ONS“, also ungeschützter Sex, insbesondere mit unbekannten Sexualpartnern, birgt hohe Risiken für die Gesundheit. Bleibt die Frage, was man sich außer AIDS/HIV sonst noch alles einfangen kann. Wir haben für euch eine Übersicht unscheinbarer Gefahren erstellt, alles im Sinne von “Keep ONS safe”

Syphilis

Hier lässt sich seit 2010 ein deutlicher Anstieg bei den Fallzahlen feststellen. Aber was genau steckt eigentlich dahinter?

„Syphilis ist eine in Stadien ablaufende, zu den Geschlechtskrankheiten zählende bakterielle Infektion […].“ An der Stelle, an der man sich damit infiziert hat – meistens die Geschlechtsteile, im Gesicht oder im Mund, je nach sexueller Praktik – bildet sich eine nässende Wunde.

Sowas möchte doch keiner haben, sieht das doch alles recht unansehnlich aus. Dazu kommt noch, dass die Lymphknoten anschwellen. Das „trickreiche“ an diesem Stadium ist, dass diese hässlichen Flecken nach ein paar Tagen von selbst abheilen. Zwar unter Narbenbildung, aber sie heilen ab, und das ist für viele Menschen der Indikator dafür, dass man „auskuriert ist“. Das ist bei der Syphilis aber nicht der Fall!

Erst drei bis vier Monaten nach der Infektion, tritt das Stadium II auf. Erst nach drei bis vier Monaten! Das muss man sich mal vorstellen, da denkt doch keiner mehr an das eklige Geschwür, dass er oder sie an den Geschlechtsteilen oder sonst wo hatte! Stadium zwei zeigt sich in großflächigen Hautausschlägen mit Pusteln und Quaddeln. Auch sehr unansehnlich.

Wie bei Stadium I gehen die Symptome aus Stadium II von alleine weg. Zwar erst nach einer Weile, aber auch hier verschwinden sie von selbst und manch einer oder eine denkt dann wiederum, dass alles überstanden ist. Nein. Ist es nicht!

Stadium III verläuft fataler Weise fast gänzlich ohne (körperliche) Beschwerden. Die Krankheit wirkt sich – wenn man nicht in ärztliche Behandlung tritt – sogar auf das zentrale Nervensystem aus. Man verliert im wahrsten Sinne des Wortes auf Dauer nicht nur die Gesundheit, sondern auch den Verstand.

Leider kann man sich beim Sex nicht vollständig vor einer Infektion mit Syphilis schützen, Kondome senken das Infektionsrisiko aber signifikant.

Daher: keep ONS safe und verwende(t) ein Kondom! (Denn keiner will mit den KONSequenzen leben)

Chlamydien-Infektion

Chlamydien-Infektionen gelten in Deutschland (und in der ganzen Welt) als eine der am häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Infektionen. Die Chlamydien-Infektion wird durch Bakterien (Chlamydia trachomatis) hervorgerufen, die in erster Linie durch ungeschützten Geschlechtsverkehr über die Schleimhäute übertragen werden. Die häufigste Infektionsgruppe sind junge Erwachsene (Männer, Frauen und Divers).

Die Symptome einer Chlamydien-Infektion sind oftmals nur sehr schwach ausgeprägt oder bleiben gänzlich aus. Daraus resultiert, dass viele Menschen unwissende Überträger*innen der Krankheit sind. 

Symptome: 

  • Zwischenblutungen oder ungewöhnlicher/unüblicher Ausfluss
  • Ein unangenehmes Gefühl/Schmerzen beim urinieren
  • Schmerzen beim analer oder vaginaler Penetration 
  • Anhaltendes/wiederkehrendes Jucken an Popo, Vagina oder Penis

Die Symptome machen sich meist ein bis drei Wochen nach der Ansteckung bemerkbar, sollten dann aber auch entsprechend untersucht werden, denn bleibt eine Infektion unbehandelt, kann sie im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit/Zeugungsunfähigkeit bei Mann, Frau oder Divers führen. Schließlich erhöht sich bei einer Chlamydien-Infektion ebenfalls das Risiko einer Infizierung mit HIV bei Geschlechtsverkehr ohne Kondom.

Übertragung:

Chlamydien siedeln sich – wie bereits erwähnt – vor allem auf den Schleimhäuten der Vagina, dem Penis und dem Po an. Ebenfalls kann es zu Schmierinfektionen kommen. Übertragen wird die Infektion folglich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Oralsex. 

Bei einem positiven Ergebnis auf Chlamydien muss man sich bei einer rechtzeitigen Diagnose aber keine sorgen machen: Die Infektion ist mittels Antibiotika gut zu behandeln.

Auch wenn es auch hier keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung beim Sex gibt, sinkt ein Kondom das Infektionsrisiko  erheblich. 

Daher: keep ONS safe und verwende(t) ein Kondom! (Denn keiner will mit den KONSequenzen leben)

Good to Know: Für Frauen bis einschließlich 24 Jahre gibt es einmal im Jahr die Möglichkeit, eine kostenfreie Urinuntersuchung auf Chlamydien zu machen.    

Tripper 

Tripper, auch Gonorrhö (das war sehr schwer zu schreiben und ist noch komischer auszusprechen) genannt, gilt ebenfalls als eine sehr häufig auftretende Geschlechtskrankheit.

Symptome: 

  • Schlecht riechender Ausfluss aus Vagina oder Harnröhre des Penis (milchig, übel riechend)
  • Schmerzen beim Urinieren 
  • Unterleibsschmerzen 
  • Schmierblutungen 

Nach rund drei Tagen führt Tripper zu deutlich spürbaren Beschwerden und auch hier ist zu eine Gang zum Arzt zu raten!

Wenn der Tripper nicht behandelt wird, kann es langfristig zu einer Entzündung der Prostata kommen oder er kann im schlimmsten Fall zu narbige Verklebungen oder einer Einschränkung der Zeugungsfähigkeit führen.

Übertragung:

Übertragen wird Tripper in erster Linie durch Vaginal- oder Analverkehr, allerdings auch beim Oralverkehr oder durch die gemeinsame Verwendung von Sexspielzeug.

Aber keine Sorge, Tripper kann mittels Antibiotika ebenfalls gut und effektiv behandelt werden.

Auch hier gilt, Kondome schützen nicht zu 100% vor Tripper, reduzieren das Risiko einer Ansteckung aber drastisch. 

Daher: keep ONS safe und verwende(t) ein Kondom! (Denn keiner will mit den KONSequenzen leben)

Hepatitis B

Bei Hepatitis B spricht man von einer Leberentzündung, welche durch das Virus HBV hervorgerufen wird.  

Am sichersten kann Hepatitis B durch eine Impfung vorgebeugt werden. Sie wird sie unter Anderem empfohlen für Männer die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben (wollen); Personen, die häufig wechselnde Sexualpartner haben; Personen mit chronischen Lebererkrankungen

Symptome:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Schmerzen in Gelenken und Muskeln 
  • Übelkeit / Erbrechen

Zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem Ausbruch liegen durchschnittlich zwei bis drei Monate. Während bei rund zwei Dritteln der Menschen Symptome gänzlich ausbleiben oder nur sehr schwach sind (oft ähnlich einer Grippe), treten bei einem Drittel Beschwerden auf.

Bei zirka einem Drittel der Betroffenen kommt es außerdem zu Gelbsucht (Augen sowie Haut verfärben sich gelblich, Urin verfärbt sich dunkler und Kot heller)

Übertragung:

Hepatitis B wird mittels Blut bzw. Körperflüssigkeiten an Andere weitergegeben. Das Virus wird überwiegend durch Geschlechtsverkehr (Samen, Scheidenflüssigkeit) oder durch geteilte, verunreinigte Spritzen verbreitet.

Der Körper eines Erwachsene wird in der Regel auch ohne ärztliche Hilfe mit einer Hepatitis-B-Infektion fertig. In Ausnahmefällen kann die Krankheit allerdings auch chronisch werden und eine Behandlung wird zwingend notwendig. Bleibt diese aus, kann es zu schweren Verläufen der Krankheit kommen und im schlimmsten Fall zu einem Leberversagen des*r Betroffenen.

Zwar schützt auch ein Kondom nicht zu 100% vor einer Ansteckung, es senkt die Ansteckungsgefahr aber deutlich. 

Daher: keep ONS safe und verwende(t) ein Kondom! (Denn keiner will mit den KONSequenzen leben).

Aids und HIV

Aids und HIV beschreiben NICHT das Gleiche:

HIV steht für „Immundefizienz-Virus“, was so viel bedeutet wie menschliches Abwehrschwäche Virus. HIV sorgt nämlich dafür, dass die körpereigenen Abwehrkräfte/Immunsystem geschwächt werden. Dies führt bei dem Ausbleiben einer Behandlung dazu, dass Krankheitserreger, die in den Körper eindringen (Bakterien, Viren etc.), nicht mehr richtig bekämpft werden können und somit zu lebensgefährlichen Erkrankungen führen können. Wenn das der Fall, ist nennt man es Aids.

 Aids ist die Abkürzung der Worte  „Aquired Immune Deficiency Syndrom“, was wiederum Erworbenes Abwehrschwäche- Syndrom bedeutet und sich folglich auf Langzeitfolgen bezieht. 

Symptome:

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • extremer Nachtschweiß
  • Muskelschmerzen
  • Schwellungen an Mandel

In der Regel treten zwei bis vier Wochen nach einer HIV-Infizierung Symptome bei Betroffenen auf.

Übertragung:

HIV kann nur übertragen werden, wenn eine bestimmte Menge Viren in den Körper eindringt (nicht also bei alltäglichem Kontakt). Dies ist vor allem beim Geschlechtsverkehr oder beim Drogenkonsum mit einer geteilten Spritze der Fall.  Beim Sex wird HIV durch die Körperflüssigkeit des*r Infizierten, durch Analsex oder Vaginalsex übertragen (selbst wenn der Höhepunkt ausbleibt).

Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr anderer Personen, bei dem Sex mit einem frisch infizierten Menschen, da zu diesem Zeitpunkt eine hohe Anzahl an Viren in seinem Blut ist. 

Eine Ansteckungsrisiko im Alltag ist – wie bereits erwähnt – nicht möglich, sprich bei beispielsweise folgenden Interaktionen kann es nicht übertragen werden:

  • Küssen
  • Umarmen
  • Hand schütteln
  • Im Wasser beim Schwimmen oder Saunieren
  • Durch die Luft
  • Bei kosmetischen oder medizinischen Behandlungen
  • Tätowieren (sofern Hygienevorschriften beachtet werden /Nadel wechseln bzw. sterilisieren)
  • Insektenstiche

Das im Alltag keine Ansteckungsgefahr besteht ist dadurch zu begründen, dass die in Speichel oder Schweiß enthaltene HIV Menge zu gering ist und auch beim Oralsex ist das Ansteckungsrisiko praktisch null, da die Mundschleimhaut einen großen Schutz bietet. 

Good to Know: Heutzutage ist es durch eine entsprechende Behandlung möglich, lange und wenig eingeschränkt mit der Krankheit zu leben.

Unterzieht sich ein*e Betroffene*r einer Therapie, ist auch Sex mit Anderen ohne große Bedenken möglich und auch das Kinderkriegen ist im Rahmen der Möglichkeiten. 

Zwar schützt auch ein Kondom nicht zu 100% vor einer Ansteckung, es senkt die Ansteckungsgefahr aber deutlich. 

Daher: keep ONS safe und verwende(t) ein Kondom! (Denn keiner will mit den KONSequenzen leben).

Herpes Genitalis 

Die Herpes Infektion “Herpes Genitales” wird durch das Herpes-simplex-Virus hervorgerufen. Es existieren aktuell zwei Typen: Typ eins steht in der Regel in Verbindung mit Lippenherpes, wohingegen Typ eins überwiegend an Penis, Vagina Anus und Gesäß vorzufinden ist. 

Eine Person, die einmal erkrankt ist, kann Andere ein Leben lang anstecken. Symptome treten Tage bis Wochen nach einer Infektion auf.

Symptome:

  • Jucken/Kribbeln
  • Schmerzhafte Bläschen mit gelblicher Flüssigkeit 
  • Lymphknoten schwellen an 
  • Gegebenenfalls Fieber und Krankheitsgefühl

Übertragung:

Herpes Genitalis wird durch den Akt des Geschlechtsverkehr als auch durch andere Sexualpraktiken übertragen. 

Die Virusinfektion kann durch Virus hemmende Medikamente zwar nicht geheilt werden, die Symptome können allerdings deutlich gemildert  werden. 

Zwar schützt auch ein Kondom nicht zu 100% vor einer Ansteckung, es senkt die Ansteckungsgefahr aber deutlich. 

Daher: keep ONS safe und verwende(t) ein Kondom! (Denn keiner will mit den KONSequenzen leben).