Blog: ONS upon a time…

Swipe Links, Swipe Rechts Dislike, Mega Like, Anschreiben, Treffen, nicht mehr treffen, neue Dates.

Jeder, der schon mal online Dating probiert hat, hat mindestens eine der oben genannten Dinge ein oder mehrmals getan. Bei dem Prozess des Online Datings, den Treffen im realen Leben und allem was dazu gehört (selbstverständlich auch ONS) passieren nicht nur äußerst amüsante Dinge, sondern auch solche, die einfach nur zum Haare raufen sind. Auf diesem Blog präsentieren wir verschiedene Geschichten rund um Online Dating und ONS. Außerdem stellen wir euch verschiedene Institutionen vor, die sich ebenfalls mit dem Liebesleben beschäftigen und bieten zukünftig viele spannende Informationen rund um das Thema. 

Simsalabim, da war die Spüle hin. Hex Hex.

Wie es begann:

Es ist Mittwochabend in einer kleinen Studentenstadt im Norden Deutschlands. Das „sweater weather“ hat begonnen und die vier Studentinnen treffen sich wie immer in meiner WG zum Vorglühen. Musik läuft und ich krame verzweifelt in einer überfüllten Schublade nach einem Flaschenöffner, erfolglos. Nachdem einige Bierdeckel am Boden liegen, verlassen wir die 50 Quadratmeter Wohnung und gehen Richtung Altstadt. Überall auf der Straße sind Menschen, die lachen, vergnügt reden oder in Schlangen vor Clubs stehen. Wir gehen zielstrebig auf unsere Lieblingskneipe zu und der Türsteher öffnet uns die Tür. Es läuft „Teenage Dirtbag“ und ich muss sagen „ich fühl den Song echt“. Der Abend wird schnell heiter und mir fällt einer der Jungs am Pooltisch ins Auge. Ich starre ihn – ein bisschen zu lange – an und er kommt zu uns rüber. Zielstrebig setzt er sich neben mich und stellt sich vor. Nennen wir ihn Sam. Sam und ich quatschen also eine ganze (angeschwippste) Weile, bis meine Freundinnen und ich den Heimweg antreten.

Eine Woche später:

Dieselbe Bar. Sam. Wieder sitzt er mit seinen Kumpels da, scheint auch bisschen knülle zu sein. Ich winke zu ihm rüber. Auf seinem Gesicht erscheint ein Grinsen. Schwankend kommt er zu unserer Gruppe und wir reden eine Weile. „Ich gehe dann jetzt mal“ sage ich und will schon aufstehen. Er greift nach meinem Arm und entgegnet: „Aber meine ganzen Freunde sind weg“. Ich sehe mich um, wo er Recht hat, hat er Recht. „Und jetzt?“ frage ich, schon etwas müde. „Ich bin nämlich echt müde und würde gerne nach Hause“. Er schweigt und sieht mich an. „Lass uns doch mal deine Freunde versuchen, anzurufen“ schlage ich vor. Wir probieren es, scrollen sein halbes WhatsApp durch und drücken auf die Kontakte in seinem Handy, aber auf der anderen Seite bleibt es stumm. Ich bin jetzt noch müder und frage ihn, wo er denn wohne. Er antwortet und ich stelle fest, dass das auch in meiner Richtung liegt. Ich schlage ihm vor, ein Stück zusammen zu gehen und wir verlassen die Bar. Es ist schon spät geworden und die Straßen leeren sich. Das Licht der Straßenlaternen wirft Schatten auf den Backsteinboden. Kurz vor meiner Straße wende ich mich zu meinem Begleiter und sage: „So, ich muss hier hin, dann komm gut nach Hause.“ Er entgegnet: „Eigentlich wohne ich hier gar nicht, sondern in einem Nachbarort“. Ich glaube, mich verhört zu haben: „Was, wieso?. Du hast doch gesagt, du wohnst ganz in der Nähe?“ „Jaaaa, ich weiß“ lallte er zurück. Ich war genervt, ich wollte einfach nur pennen.” Er: „Kein Ding, dann warte ich einfach am HBF bis der nächste Zug in 3h kommt.“ Jetzt mal unter uns: wer würde das zulassen? Ich jedenfalls nicht. „Dann penn halt bei mir“, gebe ich zurück und sehe einen Anflug von schlechtem Gewissen in seinem Gesicht. Bis wir bei meiner Wohnung sind, bin ich schon wieder wacher. Ich drehe den Schlüssel im Schloss und wir gehen in den sechsten Stock zu meiner Wohnungstür.

In der Wohnung:

Eine ganze Weile sitzen wir noch so in der Küche und trinken Bier, dann Wein und diverse andere Sachen, die ich in unserem rot angemalten Küchenschrank finde. Sind wir ehrlich, irgendwann bin ich ganz schön betrunken.

Um das Ganze abzukürzen: wir landen im Bett. Ob er Kondome dabei hat? Nein, ABER selbst ist die Frau. Da ich nicht verhüte UND er ein Fremder ist, ist klar: ohne Kondom geht nix, denn keep ONS safe! Ich erinnere mich ehrlich gesagt nicht an alle Details, ich weiß aber noch, dass wir aus irgendwelchen Gründen drei verschiedene Kondome benutzen (obwohl er nicht mal gekommen ist). Naja, safety first schätze ich. Das ist aber nicht das einzig Ungewöhnliche. Nach ein paar Minuten denkt er nämlich, es sei eine gute Idee, mich ein bisschen zu würgen; Tipp am Rande: ist es nicht! Gerade bei ONS ist es nicht immer die beste Idee, seine Fantasien auszuleben, gerade wenn man das Gegenüber nicht kennt. Lieber für ein two night stand aufheben oder fragen. Nach einer gefühlten Ewigkeit gehen wir dann auch endlich schlafen und am nächsten Morgen gehe ich schnell in die Küche und rufe aufgeregt eine Freundin an, um ihr von meinem ersten ONS zu erzählen. Irgendwann kommt Sam dann gerädert in die Küche und lehnt sich gegen unsere Spüle. Dort steht er nun und bedankt sich für unsere gemeinsame Nacht. Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass er noch viel davon weiß, aber belassen wir es dabei. „Mir ist schlecht“ presst er auf einmal hervor.“ Ich deute auf den Flur: „Dann ab ins Bad.“ Aber zu spät. Noch während ich das sage, dreht er sich, zum mit dreckigem Geschirr gefüllten Waschbecken, und ergibt sich auf meine halbvolle Cornflakesschale.

Der (nicht so glorreiche) Tag danach:

Am Nachmittag bekomme ich dann noch ‘ne Nachricht mit dem Text: „Sicher, dass das Kondom nicht gerissen ist?” Ich überlege kurz. Wieso sollte es gerissen sein? Ich antworte also: „Wie kommst du drauf?” Er daraufhin: „Weiß nicht genau, kann doch sein?” Irgendwann bin ich dann soweit, dass ich seine drei (!!!) Kondome aus dem Müll fische und Wasser hineinlaufen lasse, um zu sehen, ob sie dicht sind. Sind sie natürlich.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben uns danach noch zwei Mal des Anstands wegen getroffen, dann aber beide gemerkt: Aus ONS wird nix.  

Tipps für ein gelungenes ONS

  1. Safety first: das gilt nicht nur für den Geschlechtsverkehr selbst, sondern auch für das Drumherum. Gerade beim Online-Dating kommuniziert man mit “Fremden” und hinter manch vermeintlichen Prinz*essinnen steckt eigentlich eher ein*e Frosch*in oder gar ein*e Troll*in. Für diesen Fall ist es wichtig, im Vorfeld ein paar Vorkehrungen zu treffen. Um sich selbst auf der sicheren Seite zu wissen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon wäre, euren Standort mit Freund*innen zu teilen. Apps wie “Wo ist?” oder “Glympse” ermöglichen es euch, den Life-Standort von euren Freund*innen zu verfolgen. Sonst könnt ihr auch einfach mit euren Freund*innen einen bestimmten Zeitpunkt vereinbaren, an dem ihr eine kurze SMS sendet oder sie anruft und mal kurz die Lage checkt. Zusätzlich zu diesem Anruf / dieser Nachricht besteht die Möglichkeit, die Kontaktdaten des Dates mit euren Freund*innen zu teilen, sprich die Handynummer und/oder das Profilbild/ Instagram Link etc. Denn immer dran denken, neben all dem Spaß: Keep ONS safe! Außerdem ist ein weiterer Tipp, für eine sichere Umgebung zu sorgen, um den ONS maximal angenehm zu machen. Kennt ihr euch bisher noch nicht bzw. nur vom Schreiben, könnt ihr zunächst einen öffentlichen Ort wählen, um euch kennenzulernen. Hier bietet sich eine Bar, ein Café oder ein Besuch im Kino an. Alle diese Orte ziehen andere Menschen an und wenn ihr euch dann kennengelernt habt, spricht auch nichts dagegen, das Date an einen privateren Ort 😉 zu verlegen.
  1. Keep it clean: Schlicht und einfach: Körperpflege. Um euch selbst wohlzufühlen und auch um den Anderen beim Date zu betören, sollte auf ein Date unmittelbar nach einem schweißtreibenden Workout verzichtet werden. Nehmt euch lieber so richtig Zeit, geht baden, benutzt euer Lieblingsparfum, zieht euch nicht die Socken von vorgestern an. Sorgt ihr dafür, dass ihr euch in dem Moment wohl fühlt, werdet ihr das auch bei eurem Date ausstrahlen. 
  2. Weniger ist mehr: Beim ersten Date und ONS ist eher von extremen Fantasien abzuraten. S&M, Rollenspiele aller Art oder Fetische sind ja schön und gut, können aber das Gegenüber abschrecken. Sprecht entweder vor dem Date über eure Vorlieben oder wartet, bis ihr euch besser kennt. Manchmal matched es aber auch einfach und situatiONSbedingt ergibt sich richtig guter Sex.
  3. Keep ONS safe: Gerade bei Sex mit Fremden ist das A und O Verhütung! Reichen bei euch vertrauten Menschen (Freunden, Fuckbuddies, Friends with benefits etc.) Verhütungsmittel wie die Pille, die Spirale oder Ähnliches, sollte man bei einem ONS mit einer fremden Person ZWINGEND ein Kondom verwenden, da dieses anders als die oben genannten Mittel (fast zu 100%) vor Geschlechtskrankheiten schützt. Auch wenn Mittel wie die Pille eine Schwangerschaft deutlich vorbeugen können, schützen sie eben nicht vor der Ansteckung mit sexuellen Krankheiten.

Wenn ihr euch an diese Tipps haltet, könnt ihr euch und eurem Gegenüber einen guten ONS bescheren. 

BZgA

Wer oder was ist die BZgA:

BZgA – 1967 ins Leben gerufen – steht für Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sie setzt sich primär dafür ein,  Gesundheitsrisiken vorzubeugen  und gleichzeitig gesundheitsfördernde Lebensstile zu fördern. Dies geschieht durch einen fortlaufenden, kommunikativen Prozess gesundheitlicher Aufklärung. Durch diesen soll ein eigenverantwortliches Gesundheitshandeln gewährleistet werden.

Inhalte der BZgA:

Die BZgA bietet Interessent*innen auf ihrer Website einen Überblick, über zahlreiche Programmen und Aktivitäten, zu Themen wie Prävention, Aufklärung, Gesundheit und vieles mehr. So informiert sie über Initiativen/Kampagnen zum Thema: Sexualaufklärung und Familienplanung, Prävention von sexuellem Missbrauch, Ernährungs – Bewegungs – Stressregulation oder gesundheitliche Chancengleichheit.  

Neben dem Überblick der Initiativen und Kampagnen liefert die BZgA auch Literatur(-Vorschläge) zu diversen Themen und sie bietet Anlaufstellen für Beratung und Info Telefone.

Beispiel-Initiative:

An dieser Stelle soll die  Kampagne der BZgA zur Prävention von HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, in aller Kürze vorgestellt werden. 

1978 hat die BZgA eine der deutschlandweit größten Kampagnen „Gib Aids keine Chance“ ins Leben gerufen.  Sie ist auf die Erreichung verschiedenster Bevölkerungsgruppen ausgelegt und wird durch Massenmediale Angebote, Online Beratung, telefonische Beratung, personal kommunikative Aktivitäten und interaktive Angebote unterstützt. Seit Mitte 2016 trägt die Kampagne den Namen „LIEBESLEBEN“ und sie kommuniziert seitdem nicht nur Präventionsmaßnahmen gegen HIV sondern auch gegen andere sexuell übertragbare Krankheiten und im allgemeinen Themen rund um die sexuelle Gesundheit.  Sie verfolgt das Ziel, Gespräche über STI zu enttabuisieren und die Solidarität mit HIV-positiven Menschen zu stärken.  Ein zentraler Punkt ist außerdem die Verwendung von Kondomen und der Arztbesuch bei Verdacht auf STI.

Die BZgA auf einen Blick:

  •   Jahrelang bewährte Aufklärung
  •   Diverse Angebote und Kampagnen
  •  Thematisierung Omnipräsenter und an Relevanz steigender Themen
  • Anonyme Möglichkeit, sich über (vermeintlich) unangenehme Themen zu informieren

Alles in allem ist die BZgA eine gute Möglichkeit, sich über Themen rund um Geschlechtskrankheiten und Präventionen zu informieren. Die Seite ist durch hohe Seriosität gekennzeichnet und spricht alle Altersgruppen an. Hier der Link zur offiziellen Website: https://www.bzga.de/programme-und-aktivitaeten/hivsti-praevention/